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Von der ...

Veröffentlicht auf von Gigi

 

 

Von der ...

„Der Blonde Hans“

Seit über 40 Jahren arbeitet Hans Jürgen Schmitz alias der „Blonde Hans“ auf St. Pauli. Als Ex-Kiez-Größe verdient er nun seine Penunsen als Kiez-Tour-Führer unter der Führung von Olivia Jones. Seine beruflichen Anfänge finden sich im Rotlicht-Milieu. So ist Hans zunächst Zuhälter, bis er zum Besitzer mehrerer Bordelle aufsteigt. Zwischenzeitlich mit Domenica, der berühmtesten Prostituierten Deutschlands liiert, flieht Hans Jürgen Schmitz im Zuge der St. Pauli Bandenkriege nach Rio de Janeiro. Seinen Spitznamen „Der Blonde Hans“ trägt er frei nach dem gleichnamigen Lied von Hans Albers.

Hein Zappel :-))

Die Ritze

Von der ...

nach Erzählungen von Olivia Jones und dem Blonden Hans.

 Es gibt ja Menschen, die behaupten, Zeitreisen wären nicht möglich. Ich sage:  Stimmt und beweise als Olivia Jones trotzdem jedes Jahr tausenden Touristen das Gegenteil. Man muss dafür eigentlich nur die letzten Punkte im Kiez-Kosmos kennen, an denen die Zeit stehen geblieben ist.

Ein solcher Fixstern im schnelllebigen Sankt Pauli Universum ist die »Ritze«. Zwischen all den strahlenden Stars und Sternchen am neuen Hochglanz-Entertainment Himmel, zwischen Theatern, tanzenden Türmen und Spielhallen, ist die Hinterhof-Kneipe mit den gespreizten Frauen-Beinen von Kiez-Rubens Erwin Ross, nicht leicht zu finden.

Wahrscheinlich hat aber gerade diese geschützte Lage abseits vom Reeperbahn Rummel dazu beigetragen, dass in der »Ritze« das ursprüngliche St. Pauli überlebt hat, ein Hauch vom blassen Glanz vergangener Tage konserviert wurde. Heute lässt sich jedenfalls nirgendwo besser in die Vergangenheit St. Paulis reisen, als dort. Und zwar am besten mit Hans Jürgen Schmitz: Mein »Blonder Hans« war nämlich schon Stammgast in der »Ritze«, bevor Promis wie Udo Lindenberg, Ben Becker und Jan Fedder und ich kamen.

Von der ...

Wie oft bei Legenden: Auch übers wahre Alter der Ritze wird gerätselt. Der gerade nochmal um fünf Jahre verlängerte Mietvertrag ist von 1982, womit wir dieses Jahr als »kleines Jubiläum« zumindest ein 30jähriges feiern können. Die Ritze gibt es allerdings schon deutlich länger, schätzungsweise seit 1974. Nur brauchte damals eben noch keiner Verträge. Ein Handschlag hat gereicht.

Kaum jemand weiß heute noch, dass die Ritze ursprünglich »Spalte« heißen sollte (war den Behörden allerdings zu schlüpfrig) und der vordere Teil früher das Pissoir vom »Palais d’Amour« war. Der hintere Teil der »Ritze« ist angebaut worden und war damals durch einen Vorhang abgeteilt. Nur, wer (wie ich) im Nachtleben verkehrte, hatte Zutritt.

Ritze-Wirt Hanne Kleine war vor seinem Kneipier-Leben Boxer in der DDR-Nationalmannschaft gewesen. Deshalb hatte er sich auch Mitte der 70er in die Tiefgarage unter der Kneipe einen eigenen Ring bauen lassen. Dort haben dann Boxgrößen trainiert und Kiezgrößen »diskutiert«. Damals wurde bei uns auf St. Pauli nämlich noch von Mann zu Mann gekämpft.

Die Geschäfte liefen blendend. Ich habe in Spitzenzeiten im Monat mit meinen Mädels das verdient, was damals ein Porsche 911 gekostet hat. Ein ordentlicher Zuhälter hat gerne mal Uhren und Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Mark auf der Meile zur Schau getragen. Auch ich war oft behängt wie’n Weihnachtsbaum, als es noch sicher auf St. Pauli war.

Von der Reeperbahn

Mit diesen ruhigen Zeiten war es jedoch Ende der 70er vorbei – auch in der Ritze: »Sachsen-Franky« haben sie beim Versuch ihn »wegzupusten« die Wangen durchgeschossen. Und Anfang der 80er stattete ein Killer »Chinesen-Fritz« einen Überraschungsbesuch durch den Hintereingang ab. Ich habe gerade gemütlich an meinem Pils genippt, als die tödlichen Schüsse fielen. St. Pauli machte so noch mehr Schlagzeilen, was natürlich die Freier abgeschreckt hat.

Mit dem Aufkommen von AIDS und Internetpornos ging das Geschäft noch weiter bergab.

Wie weit, dass haben wir spätestens 2006 gemerkt, als sich Stefan Hentschel am Haken eines Sandsacks im Ritze-Boxring aufgehängt hat. Stefan war zu besseren Zeiten eine große Nummer gewesen. Aber auch ihm ist vom Ruhm und Reichtum nichts geblieben.

Heute ist auf St. Pauli fast nichts mehr, wie’s mal war. Früher haben Frauen hier das Geld für Männer wie mich verdient. Heute verdienen Männer wie ich das Geld für »Frauen« wie Olivia. Verrückt, oder ?

Für Olivia bin ich mit meinen Nostalgie-Kieztouren unterwegs, erzähle Touristen von den längst vergangenen Tagen. U. a. auch in der Ritze. Denn wenigstens dort ist vieles immer noch so, wie es immer war: Anders !

Übrigens: Olivia wäre laut einer Legende ohne die Ritze nie zu ihrer eigenen Kneipe gekommen. Endstation von Olivias Kiez-Touren war nämlich zunächst der »Ritze«-Box-Keller, wo Frau Jones ihren »Gästen« dann immer noch einen Korn ausgegeben hat. Und angeblich hat sich Olivia irgendwann mal beim damaligen Geschäftsführer beschwert, weil der Schnaps zu warm und teuer war.

Antwort soll gewesen sein: »Wenn’s Dir nicht passt, mach doch Deine eigene Kneipe auf.« Zufällig ist wohl gerade was auf der Großen Freiheit frei gewesen: Der Ex-Transenpuff »Rasputin«, wo in besseren Tagen Ron Wood von den Stones und angeblich sogar Vladimir Putin verkehrt haben sollen. Heute: Die »Olivia Jones Bar«  Ob’s stimmt ? Irgendwas ist ja immer wahr. Aber was, das fragt Ihr Olivia am besten selber ! Auf’m Kiez kann man zwischen Seemannsgarn und Wirklichkeit kaum noch unterscheiden.

Zugleich ein Stück St. Pauli-Geschichte im Zeitraffer. Was tatsächlich stimmt: Es gab eine Zeit, in der ich wirklich geglaubt habe, mit meinen „Olivias Safari-Touristen“ ganz auf die Ritze und den Box-Keller verzichten zu können. Auf diesen Ort, an dem nicht nur die Gesetze von Raum und Zeit aufgehoben scheinen; wo selbst Schweiß und Qualm vergangener Tage nicht stinken, sondern nach Abenteuer duften, wo sogar Korn schmeckt, auch wenn er vielleicht mal zu warm ist. Glaubt Ihr nicht ?

Dann probiert’s selbst, so lange Ihr noch könnt. Denn auch die Ritze wird’s nicht ewig geben. Vielen eingeschossigen Bauten auf St. Pauli droht in den nächsten Jahren wahrscheinlich die Abrissbirne – ob Esso-Tanke, Silbersack oder Café Möller – die Grundstücke sind längst Gold wert. Unser Stadtteil mausert sich zum deutschen Las Vegas. Doch noch gibt es sie: Die letzten liebenswerten Schmuddelflecken auf der schon viel zu weißen Weste St. Paulis. Die matten Fixsterne im schnell-lebigen Kiez-Kosmos. So wie die Ritze. In der auch ich längst wieder halt mache. Mit meinen Zeitreisenden.

Hein Zappel :-))

Von der ...
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Von der ...
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Von der ...
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Von der ...
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Von der ...
Von der ...
Von der ...
Von der ...
Von der ...
Von der ...
Von der ...
Von der ...
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Von der ...
Von der ...
Von der ...
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Von der ...
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Von der ...
Von der ...
Von der ...
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Von der ...

Hein Zappel :-))

Information :

Ritze-Wirt Hans Joachim Kleine starb im November 2011 nach langer schwerer Krankheit. Übernahme-Interessenten standen Schlange. Promis wie Jan Fedder und Olivia Jones machten sich dagegen für eine Weiterführung der Kult-Kiez-Kneipe durch Hannes Witwe Kirsten stark. Der Pachtvertrag wurde daraufhin um fünf Jahre verlängert.

Von der ...Von der Reeperbahn

Hein Zappel :-))

 

Von der Reeperbahn

Das Buch von Michel Ruge zeigt, wie ein Kinderleben in den 70er Jahren auf St. Pauli aussah. Der Vater Zuhälter, die Mutter Nutte, pubertierendes Bandengehabe, „strotzende“ Männlichkeit – so liegt es nahe, dass er selbst mit zwölf Jahren regelmäßig Nutten aufsuchte… Ein Kinderleben auf St. Pauli hatte damals wenig mit Kindheit zu tun – ein Buch, das die Augen öffnet.

 

Vom Kapitän

 

Milchschiff

Veröffentlicht auf von Gigi

 

 

Hein Zappel :-))

Milchschiff

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Milchschiff

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Milchschiff

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Milchschiff

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Milchschiff
Milchschiff
Milchschiff

 

Vom Kapitän

 

Nacherzählt (32)

Veröffentlicht auf von Gigi

 

 

Nacherzählt (31)

Das aufregende Ende

Am nächsten Morgen gingen wir zeitig an die Arbeit, denn der Transport dieser großen Mengen Gold ,fast eine halbe Meile weit bis zur Küste und dann drei Meilen weit im Boot bis zur ‚Hispaniola', war eine schwere Aufgabe für so wenige Männer. Die drei Piraten, die sich noch auf der Insel befanden, störten uns wenig. Eine einzige Wache reichte aus, uns vor einem Überfall zu schützen.

Die Arbeit ging gut voran. Grey und Ben Gunn fuhren mit dem Boot hin und her. Die Übrigen transportierten den Schatz an Land. Ich selbst verpackte in der Höhle die Münzen aus den unterschiedlichsten Ländern in Zwiebacksäcke. Ich glaube, fast alle Geldsorten der Welt hatten in dieser Sammlung ihren Platz gefunden.

Tag für Tag wurde diese Arbeit fortgesetzt. An jedem Abend war wieder ein Vermögen an Bord verstaut worden.

Nacherzählt (32)

Während dieser ganzen Zeit hörten wir nichts von den drei überlebenden Meuterern. Nur an einem Abend drang ein betrunkenes Singen an unsere Ohren und an einem späteren Tag hörten wir einen Gewehrschuss. Wahrscheinlich waren sie auf der Jagd. Wir hielten eine Beratung und beschlossen, sie auf der Insel zurück zu lassen. Wir ließen für sie einen reichlichen Vorrat an Pulver und Kugeln zurück, ebenso den größten Teil des gesalzenen Ziegenfleisches, einige Medikamente und andere notwendige Dinge wie Werkzeuge, Kleidung, Stricke sowie eine gute Portion Tabak.

Silver wurde von uns allen mit Verachtung behandelt. Es war erstaunlich, wie er das ertrug und mit welch unermüdlicher Höflichkeit er versuchte, sich bei uns allen wieder einzuschmeicheln. Nur Ben Gunn hatte noch immer Angst vor ihm.

Dann war unsere Arbeit auf der Insel beendet. Der Schatz war verstaut, genügend Wasser und der Rest des Ziegenfleisches waren an Bord gebracht.

An einem schönen Morgen lichteten wir den Anker. Wir erkannten bald, dass uns die drei Kerle, die wir zurückließen, doch genau beobachtet hatten. Wir sahen sie auf einer Landzunge im Sand knien mit bittend erhobenen Armen. Es ging uns allen sehr nahe, sie so zu sehen, aber wir konnten sie nicht mitnehmen und noch einmal eine Meuterei riskieren. Der Doktor rief ihnen noch zu, wo sie die Vorräte finden konnten, die wir zurückgelassen hatten. Einer von ihnen gab einen Schuss auf unser Schiff ab.

Wir waren so knapp an Leuten, dass jeder an Bord mit Hand anlegen musste. Nur der Kapitän lag auf einer Matratze im Achterdeck und gab seine Befehle. Wir nahmen Kurs auf den nächsten Hafen in Südamerika, denn ohne neue Matrosen konnten wir die Heimreise nicht wagen.

Als wir in einer schönen Bucht vor Anker gingen, waren wir alle von ein paar kräftigen Stürmen total erschöpft. Aber sofort wurden wir von Negern, mexikanischen Indianern und Mischlingen in ihren kleinen Booten umringt. Sie wollten uns Früchte und Gemüse verkaufen und Münzen tauschen. Der Anblick so vieler gutmütiger Gesichter tat wohl.

Der Doktor und der Baron nahmen mich mit an Land, und wir verbrachten den Abend mit dem Kapitän eines englischen Kriegsschiffes.

Als wir wieder an Bord unseres Schiffes kamen, befand sich Ben Gunn allein an Deck. Verlegen begann er ein Geständnis abzulegen. Silver war geflohen, und er hatte ihm in einem Ruderboot zur Flucht verholfen. Er versicherte uns, er habe es nur getan, um unser Leben zu retten, das ansonsten sicher in Gefahr gewesen wäre.

Aber das war noch nicht alles. Der Schiffskoch war nicht mit leeren Händen gegangen. Er hatte einen der Säcke mit Goldstücken im Wert von ungefähr drei- oder vierhundert Guineen entwendet.

Ich glaube, wir waren alle froh, ihn so losgeworden zu sein.

Um es kurz zu machen: Wir heuerten einige Matrosen an und hatten eine gute Heimfahrt. Jeder von uns erhielt einen reichlichen Anteil von dem Schatz und verwandte ihn seiner Veranlagung entsprechend.

Kapitän Smollett fährt jetzt nicht mehr zur See.

Grey hat sein Geld gespart. Er ist jetzt Maat und Teilhaber eines schönen Schiffes. Dazu hat er geheiratet und ist Vater geworden.

Ben Gunn erhielt tausend Pfund, die er in neunzehn Tagen verjubelte. Am zwanzigsten Tag kam er bettelnd zurück, und man machte ihn zu einem Portier. Die Dorfjugend liebt ihn und er ist ein beachtlicher Sänger in der Kirche.

Von John Silver haben wir nichts mehr gehört.

Die Silberbarren und die Waffen liegen, soviel ich weiß, noch immer dort, wo Flint sie vergraben hat. Dort mögen sie meinetwegen auch bleiben. Um keinen Preis der Welt würde ich auf jene verfluchte Insel zurückkehren. Es sind meine schlimmsten Träume, wenn ich die Brandung höre, wie sie gegen die Küste donnert, oder die kreischende Stimme von Kapitän Flint, die ruft: "Goldstücke ! Goldstücke ! Goldstücke !"

Nacherzählt (32)

Hein Zappel :-))

Nacherzählt (32)
Nacherzählt (32)
Nacherzählt (32)

 

Vom Kapitän

 

Nacherzählt (31)

Veröffentlicht auf von Gigi

 

 

Nacherzählt (31)

John Silver*s Sturz

Noch niemals auf dieser Welt hat es eine solche Enttäuschung gegeben. Jeder der sechs Männer stand wie vom Schlag getroffen.

Silver fand schnell seine Fassung wieder. "Jim", flüsterte er, "nimm das und halt die Augen offen." Damit reichte er mir eine doppelläufige Pistole. Ich war empört darüber, dass er nun wieder freundlich zu mir war, weil er mich brauchte.

Die Männer sprangen in die Grube und begannen, mit den Händen in der Erde herumzuwühlen. Morgan fand ein einziges Goldstück. Voller Wut auf Silver krochen sie aus der Grube heraus, zum Glück für uns auf der gegenüberliegenden Seite. So standen wir nun, zwei auf der einen und fünf auf der anderen Seite.

"Kameraden", begann Merry, "dort drüben stehen uns zwei allein gegenüber. Der eine ist ein Krüppel, der uns ins Unglück geführt hat, und der andere ein Junge, dem ich das Herz ausreißen werde. Nun, Kameraden -"

Er hob seinen Arm, aber in diesem Augenblick krachten und blitzten aus dem Dickicht drei Musketen. Merry und ein anderer Meuterer stürzten getroffen zu Boden. Die übrigen drei machten kehrt und rannten davon.

Der Doktor, Grey und Ben Gunn traten mit rauchenden Gewehren unter den Bäumen hervor. "Herzlichen Dank, Doktor", sagte Silver, "Ihr seid für mich und Hawkins gerade im letzten Moment erschienen. Du bist es also wirklich, Ben Gunn !", fügte er hinzu.

"Ja, ich bin Ben Gunn, ja", erwiderte der Ausgesetzte. "Wie geht' s, Mister Silver ?"

"Ben, Ben", murmelte der lange John, "wenn ich daran denke, wie du mich reingelegt hast !"

Nacherzählt (31)

Gemeinsam gingen wir zum Liegeplatz der Boote, und der Doktor erzählte mit kurzen Worten, was sich zugetragen hatte. Ben hatte auf seinen langen, einsamen Wanderungen über die Insel das Skelett gefunden und plünderte es aus. Er fand auch den Schatz und grub ihn aus. Auf seinem Rücken trug er ihn in vielen mühseligen Wegen vom Fuß der hohen Fichte zu einer Höhle, die er entdeckt hatte.

Als der Doktor dieses Geheimnis am Nachmittag nach dem Angriff von ihm erfahren hatte und am nächsten Morgen den Ankerplatz verlassen fand, da war er zu Silver gegangen und hatte ihm die Karte gegeben, die nun wertlos war. Er hatte ihm auch die Vorräte überlassen, denn Ben Gunns Höhle war mit eingesalzenem Ziegenfleisch gut versorgt.

Als der Doktor am Morgen erfuhr, dass Silver und seine Leute den Schatz suchen wollen, ließ er den Baron als Wache beim Kapitän zurück und machte sich mit Grey und dem Ausgesetzten auf den Weg. Als sie merkten, dass sie nicht vor uns an der Stelle, wo Flint den Schatz vergraben hatte, sein konnten, schickte er Ben Gunn voraus, der sehr flink zu Fuß war. Diesem war es dann eingefallen, seine alten Schiffskameraden mit seiner Stimme zu erschrecken.

Inzwischen waren wir bei den Booten angekommen. Der Doktor machte eins mit einer Spitzhacke unbrauchbar. Mit dem anderen fuhren wir um die Insel herum zur Nordeinfahrt. Als wir an dem Berg mit den zwei Gipfeln vorüber fuhren, konnten wir den schwarzen Eingang zu Ben Gunns Höhle erkennen. Davor stand der Baron, auf eine Muskete gestützt. Wir winkten ihm mit einem Taschentuch.

Drei Meilen weiter, genau in der Mündung der Nordeinfahrt, begegneten wir der ‚Hispaniola', die ganz allein umherkreuzte. Die letzte Flut hatte sie in die Höhe gehoben. Wir machten sie mit einem anderen Anker fest, und Grey blieb an Bord, um die Nacht als Wache zu verbringen.

Ein leicht ansteigender Weg führte vom Strand zum Eingang der Höhle. Davor empfing uns der Baron. Zu mir war er herzlich und freundlich und sprach kein Wort von meiner Flucht.

Zu Silver sagte er: "John Silver, Ihr seid ein ungeheurer Schurke und Betrüger. Man hat mich ersucht, nichts gegen Euch zu unternehmen. Gut, ich werde es nicht tun. Aber die Toten werden wie Mühlsteine an Eurem Hals hängen." Nacherzählt (31)

"Herzlichen Dank, Sir", erwiderte der lange John und salutierte.

Darauf betraten wir alle die Höhle. Es war ein großer, luftiger Raum mit einer kleinen Quelle und einem Teich voll klarem Wasser, der von Farnsträuchern umgeben war. Der Boden war mit Sand bedeckt. Vor einem großen Feuer lag Kapitän Smollett.

In einer entfernten Ecke, die nur manchmal vom Feuerschein erhellt wurde, sah ich einen großen Haufen von Münzen und aufgeschichteten Goldbarren. Das war also Flints Schatz, den zu suchen wir so weit her gekommen waren und der bereits siebzehn Männern der ‚Hispaniola' das Leben gekostet hatte.

Ich durfte nicht daran denken, wie viel Blut und Leid es gekostet hatte, ihn zusammen zu tragen. Wie viele gute Schiffe lagen wegen ihm auf dem Grund des Meeres, wie viele tapfere Männer waren wegen ihm tot. Aber es gab noch immer drei Männer auf dieser Insel, die an diesen Verbrechen beteiligt waren - Silver, der alte Morgan und Ben Gunn. Jeder von ihnen hatte gehofft, einen Anteil vom Schatz zu bekommen.

Der Kapitän begrüßte mich freundlich, meinte aber, dass er sicher nicht noch einmal mit mir zur See fahren wird. Dann sagte er: "Seid Ihr das, John Silver ? Was führt Euch hierher ?"

"Melde mich zurück zum Dienst, Käpt'n", erwiderte der.

Was war das für ein herrliches Abendessen im Kreise meiner Freunde! Silver beteiligte sich an unseren Späßen und sprang dienstbeflissen auf, wenn etwas fehlte. Er war wie zu Beginn unserer Reise ein höflicher, diensteifriger Seemann….

Nacherzählt (31)

Hein Zappel :-))

Nacherzählt (31)

 

Vom Kapitän

 

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