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Nacherzählt (10)

Veröffentlicht auf von Gigi

 

 

Nacherzählt (10)

Hein Zappel :-))

Der Kriegsrat

Dann gab es auf Deck ein großes Getrampel, das ich ausnutzte, um aus dem Fass zu schlüpfen. Ich schloss mich der Mannschaft an, die sich an der Luvseite versammelte. Eine Nebelbank hatte sich mit dem Erscheinen des Mondes aufgelöst. Weit im Südwesten von uns sahen wir zwei niedrige Hügel, die einige Meilen auseinander lagen, und hinter dem einen erhob sich ein dritter höherer Berg, dessen Gipfel noch vom Nebel umgeben war.

Was ich sah, erschien mir wie ein Traum, denn ich hatte mich von der schrecklichen Angst, die ich wenige Minuten vorher ausgestanden hatte, noch nicht ganz erholt. Kapitän Smollett gab die Anweisungen so, dass wir der Ostseite der Insel näher kamen.

Nacherzählt (10)

"Nun, Männer, hat einer von euch das Land vor dem Bug schon einmal gesehen ?", fragte der Käpt' n, als alle Leinen fest waren.

"Ich, Sir", antwortete Silver. "Mit einem Küstenfahrer, auf dem ich Koch war, haben wir dort einmal Wasser genommen."

"Der Ankerplatz liegt im Süden, hinter einer kleinen Insel, nicht wahr ?", fragte der Kapitän weiter.

"Ja, Käpt'n, es ist die Skelett-Insel,Nacherzählt (10) jedenfalls wird sie so genannt. Es war einmal ein Sammelplatz für Seeräuber, und ein Matrose, den wir damals an Bord hatten, kannte alle diese Namen. Den Berg im Norden dort nennen sie Fockmast-Berg. Es gibt dort drei Berge, die alle in einer Reihe nach Süden liegen. Sie werden Fockmast, Großmast und Besanmast genannt. Aber der Großmast-Berg, es ist der hohe mit der Wolke obendrauf, wird meisten das Fernrohr genannt, weil sie dort einen Ausguck hatten, wenn sie vor Anker lagen und ihre Schiffe reinigten."

"Ich habe hier eine Karte", sagte Kapitän Smollett. "Wollt Ihr einmal sehen, ob das die Stelle ist ?"

Die Augen des langen John funkelten, als er die Karte in die Hände nahm. Aber das Papier sah sehr frisch aus, und ich wusste, dass er eine Enttäuschung erleben würde. Es war nicht die Karte, die wir in der Kiste von Billy Bones gefunden hatten. Es war eine Kopie mit allen Angaben - Namen, Höhen und Lotungen, nur die roten Kreuze und die schriftlichen Bemerkungen fehlten. So sehr sich Silver auch geärgert haben mag, er besaß doch Selbstbeherrschung genug, seine Enttäuschung zu verbergen.

"Ja", sagte er, "das ist ganz sicher die Stelle, und das Ganze ist sehr genau gezeichnet. Ich möchte nur wissen, wer die Karte angefertigt hat. Die Seeräuber waren doch wohl zu unwissend dazu, möchte ich meinen. Ah, hier ist es: ‚Käpt'n Kidds Ankerplatz' - das ist genau der Name, den mein Kamerad damals gebraucht hat. Es gibt da eine ziemlich starke Strömung nach Süden und an der Westküste wieder nach Norden. Ihr hattet recht, Käpt'n", fuhr er fort, "mit dem Wind zu segeln und die Insel von Luv her anzusteuern."

Nacherzählt (10)

Ich war erstaunt über die Kaltblütigkeit, mit der John sein Wissen von der Insel eingestanden hatte. Als er sich mir jetzt näherte, hatte ich Angst vor seiner Grausamkeit, seiner Falschheit und seiner Macht. Ein Schaudern überlief mich, als er seine Hand auf meinen Arm legte. Er sagte zu mir: "Es ist ein wunderschöner Platz für einen Jungen wie dich, um an Land zu gehen. Du wirst baden, auf Bäume klettern und Ziegen jagen. Wenn du einmal auf Entdeckungen ausgehen willst, dann frage nur den alten John, er wird dir schon etwas Gutes zu essen mitgeben."

Nacherzählt (10) In einem Augenblick, als wir unbemerkt miteinander sprechen konnten, sagte ich aufgeregt zu Doktor Livesey: "Doktor, ich muss mit Euch reden ! Holt den Kapitän und den Baron hinunter in die Kajüte. Ich habe furchtbare Nachrichten."

Als er zu den beiden Männern ging, war mir klar, dass er ihnen von meiner Bitte erzählte, aber keiner von ihnen ließ sich etwas anmerken. Der Kapitän gab Job Andersen den Befehl, alle Männer an Deck zu pfeifen.

"Jungs", sprach Käpt'n Smollett zu ihnen, "ich habe euch ein paar Worte zu sagen. Das Land, das wir gesichtet haben, ist die Insel, die das Ziel unserer Reise war. Ich habe Baron Trelawney gesagt, dass jeder Mann an Bord auf der Reise seine Pflichten so erfüllt hat, dass man es nicht hätte besser verlangen können. Deshalb wird man euch Grog bringen, damit ihr auf unsere Gesundheit und unser Glück anstoßen könnt. Wir werden das auch unten in der Kajüte tun."

Die Männer brachten ein kräftiges "Hurra !" auf den Baron und den Kapitän aus. Es war nur schwer zu glauben, dass dieselben Männer uns nach dem Leben trachteten.

Der Doktor, der Baron und der Kapitän gingen nach unten. Bald darauf ließen sie ausrufen, dass Jim Hawkins zu ihnen kommen soll, damit die anderen keinen Verdacht schöpften.

Ich traf die drei Männer sehr aufgeregt an. Ihre Blicke waren vom Anfang bis zum Ende meiner Erzählung auf mich gerichtet. Sie dankten mir für meinen Mut und für den Dienst, den ich ihnen erwiesen hatte.

Der Baron gestand ein, dass er einen Fehler gemacht hatte, als er nicht auf die Bedenken des Kapitäns gehört hatte. Allerdings gestand auch der Kapitän: "Ich habe noch nie von einer Mannschaft gehört, die eine Meuterei plante, ohne dass sie ihre Absicht vorher durch deutliche Anzeichen verraten hätte, so dass jeder Mann mit Augen im Kopf das Unheil voraussehen und entsprechende Schritte unternehmen konnte. Aber diese Mannschaft hier überrascht ich."

Nacherzählt (10)

"Käpt'n", sagte der Doktor, "daran ist Silver schuld. Er ist ein erstaunlicher Mann."

Der Kapitän sagte, dass es drei wichtige Punkte zu bedenken gäbe. "Als Erstes", begann er, "müssen wir vorwärts, weil wir nun nicht mehr zurück können. Zweitens haben wir noch Zeit, zumindest so lange, bis der Schatz gefunden ist. Drittens gibt es auch noch einige treue Matrosen. Meine Herren, früher oder später werden sie losschlagen. Mein Vorschlag ist deshalb: Die Gelegenheit beim Schopf ergreifen und selbst eines schönen Tages losschlagen, wenn es die Kerle am wenigsten erwarten."

Wir überlegten, auf welche Männer Verlass sei: uns selbst und die drei Diener von Baron Trelawney. Sieben von sechsundzwanzig Männern. Ich bekam den Auftrag, die Augen weiter offen zu halten. Ich fühlte mich aber ziemlich verzweifelt und hilflos...

Hein Zappel :-))

Nacherzählt (10)

Hein Zappel :-))

Nacherzählt (10)

 

Vom Kapitän

 

Nacherzählt (9)

Veröffentlicht auf von Gigi

 

 

Nacherzählt (9)

Hein Zappel :-))

Ich saß noch im Fass

"Nein, nicht ich", sage Silver. "Flint war der Käpt'n. Ich war nur Quartiermeister, wegen meines Holzbeines. Dieselbe Breitseite, die mich mein Bein kostete, nahm dem alten Pew sein Augenlicht." Dann erzählte er weiter, dass man den Namen eines Schiffes niemals ändern soll, wenn es einmal getauft ist, sonst geht es unter wie "Das alte Wahlross", Flints erstes Schiff. Silver sprach: "Ich habe es gesehen, triefend von Blut und bis zum Absaufen mit Gold beladen."

"Ha !", rief eine andere Stimme. Es war die des jüngsten Matrosen an Bord, und sie war voller Bewunderung. "Flint war eben doch der Tollste von allen."

Der lange John erzählte ihm noch, dass er zuerst mit England, dem großen Piraten, gefahren sei und dann mit Flint. Diesmal fahre er sozusagen auf eigene Rechnung. Unter England legte er sich neunhundert Pfund zurück und unter Flint zweitausend. Er erklärte dem jungen Matrosen, wie wichtig es sei zu sparen. Er sagte zum Beispiel: "Der blinde Pew gab in einem Jahr zwölfhundert Pfund aus. Aber in den letzten zwei Jahren seines Lebens ging er betteln und hat gestohlen und hat den Leuten den Hals durchgeschnitten und dabei hat er gehungert. Zum Teufel !"

Dann sprach er mit dem jungen Burschen so freundlich, wie er es sonst mit mir tat. Ich hätte ihn dafür umbringen können. Durch seine Reden überzeugte er diesen ansonsten anständigen Burschen, sich mit ihm zu verbünden.

Er erzählte ihm, dass seine Frau inzwischen das "Fernrohr" verkauft hat und sich mit seinem ganzen anderen gesparten Geld aus dem Staub gemacht hat. Nach dieser Reise würden sie sich treffen, und er würde sich als Gentleman zur Ruhe setzen.

Mit einem leisen Pfiff begrüßte Silver einen weiteren Mann. Es war Dick und auch die Stimme unseres Schiffszimmermannes Israel Hands vernahm ich. Er sagte: "Smutje, eines möchte ich wissen: Wie lange sollen wir noch hin und her kreuzen wie ein verdammtes Proviantboot ? Ich habe langsam die Nase voll von Käpt'n Smollett ! Zum Donnerwetter, er hat mir lange genug zugesetzt. Ich möchte selbst gern in die Kajüte. Ich möchte ihren Wein und all das andere."

"Israel", sagte Silver, "du hast keinen Verstand in deinem Kopf ! Aber ich nehme an, dass du mir zuhören kannst, wenigstens sind deine Ohren dazu groß genug. Ich sage dir also folgendes: Du wirst weiter vorne schlafen und ein hartes Leben haben, du wirst leise sprechen, und du wirst nüchtern bleiben, bis ich das Zeichen gebe. Darauf kannst du dich verlassen, mein Alter."

Der Zimmermann knurrte: "Ich fragte ja nur, wann ? Weiter sag' ich nichts."

"Wann ! Hol' s der Teufel !", rief Silver. "Wenn du es genau wissen willst, werde ich es dir sagen. Im allerletzten Augenblick ! Wir haben einen erstklassigen Seemann, Käpt' n Smollett. Er fährt dieses gesegnete Schiff für uns. Und dann haben wir den Baron und den Doktor mit einer Karte.

Nacherzählt (9)

Ich weiß nicht, wo der Schatz liegt. Du sagst, dass du es auch nicht weißt. Schön, und deshalb meine ich, dieser Baron und der Doktor sollen das Zeug finden und uns helfen, es an Bord zu bringen, zum Teufel! Dann werden wir weitersehen. Wenn ich mich auf euch alle verlassen könnte, ihr Hundesöhne, dann sollte uns Käpt' n Smollett noch den halben Weg wieder zurückbringen, ehe ich losschlage. Aber ich weiß ja, was ihr für Kerle seid! Deshalb werde ich sie alle erledigen, sobald die Moneten an Bord sind, wenn es auch schade drum ist."

"Aber was wollen wir mit ihnen anfangen, wenn wir sie uns vornehmen ?", fragte Dick.

"Nun, wie denkst du darüber ?", rief der Koch. "Sollen wir sie wie Meuterer irgendwo aussetzen ? So hätte es Käpt'n England gemacht. Oder sollen wir sie wie Schweine abschlachten ? Das wäre Flints oder Billy Bones Art gewesen."

"Billy war der Mann dafür", erwiderte Israel. "Er sagte immer: ‚Tote können nicht mehr beißen.'

Nun ist er selber tot. Wenn je ein harter Bursche in den Hafen gefahren ist, so war es Billy."

Nacherzählt (9)

"Du hast recht", sagte Silver. "Er war hart und schnell bei der Hand. Ich bin zwar ein Gentleman, aber diesmal ist es ernst und deshalb stimme ich für - Tod. Wenn ich erst einmal im Parlament sitze und in der Kutsche fahre, dann soll mir keiner von ihnen in die Quere kommen. Warum sollten wir sie also laufen lassen ?"

"John", rief der Schiffszimmermann, "du bist ein ganzer Kerl !"

"Das kannst du erst sagen, wenn du es erlebt hast, Israel", sagte Silver. "Eine Bedingung habe ich noch: Trelawney gehört mir ! Ich werde ihm seinen Kalbskopf mit diesen Händen herunterschlagen." Dann unterbrach er seine Rede und sagte: "Spring doch mal auf, sei ein guter Junge und hol mir einen Apfel aus dem Fass !"

Ihr werdet euch vorstellen können, wie ich erschrak. Wenn ich die Kraft dazu gefunden hätte, wäre ich bestimmt aus dem Fass gesprungen und davon gelaufen. Aber meine Glieder ließen mich im Stich, und mein Herz versagte mir den Dienst. Ich hörte schon, wie Dick aufstand, aber dann erklang die Stimme von Hands: "Lass das doch, du wirst doch nicht aus diesem Fass saufen wollen, John. Gib uns lieber eine Runde Rum !"

Silver gab Dick den Schlüssel, damit dieser eine Kanne abfüllen konnte. Während seiner Abwesenheit sprach Israel leise mit dem Koch. Ich konnte davon nur wenige Worte verstehen, doch einen Satz hörte ich genau: "Keiner von ihnen will sich uns anschließen." Also waren doch noch zuverlässige Männer an Bord.

Als Dick zurückkehrte, nahm jeder einen Schluck aus der Kanne und trank - der Eine "auf gutes Gelingen", der Andere "auf den alten Flint".

Schließlich fiel ein heller Lichtschein in das Fass, der Mond war aufgegangen. Fast im selben Augenblick rief die Stimme vom Ausguck: "Land ahoi !"

Hein Zappel :-))

Nacherzählt (9)

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Nacherzählt (9)

 

Vom Kapitän

 

Nacherzählt (8)

Veröffentlicht auf von Gigi

 

 

Nacherzählt (8)Nacherzählt (8)

Hein Zappel :-))

Nacherzählt (1)

Die Fahrt

Die ganze Nacht über hatten wir noch sehr viel zu tun, und als kurz vor dem Morgengrauen der Bootsmann pfiff, war ich hundemüde. Aber ich hätte das Deck auch nicht verlassen, wenn ich doppelt so müde gewesen wäre. Alles war so neu und interessant für mich: die kurzen Kommandos, der schrille Ton der Pfeife und die Männer, die im Schein der Schiffslaternen auf ihre Plätze eilten.

Nacherzählt (8)John Silver stimmte ein Lied an - die mir so gut bekannte Melodie: "Fünfzehn Mann auf des toten Manns Kiste", und die ganze Mannschaft stimmte im Chor ein: "Jo-ho, jo-ho, und ' ne Buddel voll Rum!" Dabei legten sie sich gegen die Spaken und schoben sie mit aller Kraft vor sich her.

Ich dachte noch einmal zurück an den ' Admiral Benbow' und an den alten Kapitän, aber nun hatte unsere Reise zur Schatzinsel begonnen.

Die Fahrt verlief alles in allem glücklich. Allerdings zeigte sich Mr. Arrow noch schlimmer, als der Kapitän befürchtet hatte. Er war sehr oft betrunken, aber wir konnten nicht feststellen, woher er den Rum hatte. Er war ein unbrauchbarer Offizier und übte einen schlechten Einfluss auf die Matrosen aus. Niemand war überrascht oder traurig darüber, als er in einer stürmischen Nacht verschwand und nie mehr gesehen wurde.

Der Bootsmann, Job Anderson, wurde sein Nachfolger als Maat, führte aber weiter den Namen Bootsmann. Baron Trelawney war oft zur See gefahren, seine Kenntnisse waren jetzt sehr von Nutzen. Bei gutem Wetter übernahm er oft die Wache. Auch der Schiffszimmermann, Israel Hands, war ein vorsichtiger, kluger, erfahrener Seemann, der im Notfall jede Aufgabe übernehmen konnte. Er war sehr vertraut mit dem langen John Silver.

Silver, unser Smutje, bewegte sich geschickt bei jedem Wetter mit seinem einen Bein auf dem Schiff. Der Schiffszimmermann erzählte mir, dass er kein gewöhnlicher Mann wäre, sondern früher eine gute Schule besucht hätte. Und er sei tapfer. Ein Löwe sei nichts im Vergleich zu ihm. Die ganze Mannschaft hatte Respekt vor ihm und gehorchte ihm aufs Wort. Zu mir war er stets freundlich und freute sich immer, mich in der Kombüse zu sehen, die er blitzsauber hielt. Nacherzählt (8)In einer Ecke stand in einem  Käfig sein Papagei. Er erzählte mir: "Das ist Käpt'n Flint. Ich habe ihn nach dem berühmten Seeräuber benannt. Er soll uns den Erfolg unserer Reise vorhersagen."

Und der Papagei Nacherzählt (8)sagte mit großer Geschwindigkeit: "Goldstücke ! Goldstücke ! Goldstücke !"

Der lange John erzählte mir, dass der Papagei ungefähr zweihundert Jahre alt ist und viel erlebt hat. "Wenn jemand mehr Schlechtigkeit gesehen hat als er, dann muss es der Teufel persönlich sein. Er segelte schon mit dem großen Käpt'n England, dem Piraten, über die Meere." "Klar zum Wenden!", schrie der Papagei, und Silver gab ihm ein Stück Zucker. Manchmal fluchte der Papagei aber auch so schrecklich, dass man es kaum glauben konnte.

Der Baron und Kapitän Smollett mochten sich noch immer nicht, obwohl der Kapitän sagte, dass er sich in der Mannschaft wahrscheinlich getäuscht habe und in das Schiff hatte er sich geradezu verliebt. Oft sagte er aber auch: "Wir sind noch nicht wieder zu Hause, und mir gefällt diese Fahrt nicht."

Die Mannschaft wurde auf der Fahrt verwöhnt. Manchmal gab es doppelte Rumrationen und wenn einer der Männer Geburtstag feierte, hatten wir Pudding. Ständig stand im Mittelschiff ein Fass mit Äpfeln, aus dem sich jeder nach Lust und Laune bedienen konnte. Nacherzählt (8)

Dieses Apfelfass half uns, denn ohne es hätten wir keine Warnung erhalten und alle durch schnöden Verrat unser Ende gefunden. Folgendes geschah:

Wir segelten voll freudiger Erwartung Tag und Nacht auf unsere Insel zu. Nach den Berechnungen musste es der letzte Tag der Seereise sein.

Es war gerade nach Sonnenuntergang. Ich hatte alle meine Arbeiten getan und befand mich auf dem Weg zu meiner Koje, als ich Appetit auf einen Apfel bekam. Ich musste ganz in das Fass hinein klettern, denn kaum ein Apfel war übrig geblieben. Wie es geschah, weiß ich nicht, vielleicht durch das Plätschern der Wellen oder die schaukelnden Bewegungen des Schiffes, auf jeden Fall musste ich eingeschlafen sein. Ich wurde wach, als sich ein schwerer Mann geräuschvoll in der Nähe niedersetzte. Ich wollte gerade aus dem Fass springen, als er zu reden begann. Es war die Stimme von John Silver, und noch bevor ich ein Dutzend Worte verstanden hatte, hätte ich mich um nichts in der Welt mehr zeigen mögen. Ich blieb zitternd vor Furcht liegen und lauschte, denn schon die wenigen Worte ließen mich erkennen, dass das Leben aller anständigen Männer an Bord nun von mir allein abhing...

Hein Zappel :-))

Nacherzählt (8)

Hein Zappel :-))

Nacherzählt (8)

 

Vom Kapitän

 

Nacherzählt (7)

Veröffentlicht auf von Gigi

 

 

Nacherzählt (7

Nacherzählt (7

Hein Zappel :-))

Nacherzählt (1)

Pulver und Waffen

Die ‚Hispaniola' lag ein Stück weit draußen. Als wir an Bord kletterten, salutierte Mr. Arrow, ein alter, braungebrannter Seemann, der Ringe in den Ohren trug und schielte. Er und der Baron waren dick befreundet.

Als wir in die Kajüte hinab gegangen waren, meldete ein Matrose, dass Kapitän Smollett den Baron zu sprechen wünsche. "Ich stehe dem Kapitän immer zur Verfügung", sagte der Baron.

Nacherzählt (7

Der Kapitän trat herein und schloss sofort hinter sich die Tür. "Es ist immer besser, offen zu sprechen, glaube ich, selbst auf die Gefahr hin, Anstoß zu erregen. Diese Fahrt gefällt mir nicht, die Mannschaft gefällt mir nicht, und mein Offizier gefällt mir auch nicht. Das ist alles, kurz und bündig."

"Vielleicht gefällt Euch das Schiff auch nicht ?", erkundigte sich der Baron sehr zornig.

"Dazu kann ich nichts sagen, solange ich es nicht erprobt habe", entgegnete der Kapitän. "Es scheint ein tüchtiges Fahrzeug zu sein, mehr kann ich nicht sagen."

Nun schaltete sich Doktor Livesey in das Gespräch ein. "Ich muss sagen, dass ich eine Erklärung für die Worte verlange. Euch gefällt diese Fahrt nicht, habt Ihr gesagt. Warum nicht ?"

Nacherzählt (7

"Ich wurde engagiert, um die Fahrt, wie wir sagen, mit versiegelter Order zu unternehmen. Ich soll das Schiff für diesen Herrn dorthin bringen, wohin er mir befielt", sagte der Kapitän. "So weit, so gut. Aber nun entdecke ich, dass jeder Mann vor dem Mast mehr weiß als ich. Ich kann das nicht als fair bezeichnen oder Ihr vielleicht ?"

"Nein", erwiderte der Doktor, "ich auch nicht."

Nacherzählt (7

"Dann habe ich gehört", fuhr der Kapitän fort, "dass wir auf Schatzsuche gehen. Meine eigene Mannschaft hat mir das erzählt. Einen Schatz zu suchen ist eine heikle Arbeit, und solche Fahrten wollen mir nicht gefallen. Ich liebe sie nicht, wenn sie geheim sind, aber vor allem nicht, wenn das Geheimnis sogar schon der Papagei kennt."

"John Silvers Papagei ?", fragte der Baron.

"Das ist nur so eine Redensart", antwortete der Kapitän. "Es wird gequatscht, will ich damit sagen. Es ist meine Überzeugung, dass keiner von Euch Herren weiß, was uns bevorsteht. Aber ich will Euch sagen, was ich davon halte: Es geht um Leben oder Tod, und es wird ein scharfes Rennen werden."

"Das ist richtig, aber wir nehmen das Wagnis auf uns", erwiderte der Doktor. "Warum gefällt Euch aber die Mannschaft nicht ? Sind es keine guten Matrosen ?"

"Sie gefallen mir nicht", sagte Kapitän Smollett. "Ich hätte mir meine Leute selbst aussuchen sollen."

"Vielleicht ist das richtig", entgegnete der Doktor. "Mein Freund hätte Euch vielleicht bei der Auswahl zu Rate ziehen sollen. Aber dieses Versäumnis, wenn es eines war, war keinesfalls beabsichtigt. Warum gefällt Euch unser Offizier, Mr. Arrow, nicht ?"

"Ich glaube, dass er ein guter Seemann ist, aber er gibt sich zu viel mit der Mannschaft ab, um ein guter Offizier zu sein. Ein Maat muss sich zurückhalten, er sollte mit den Männern vor dem Mast nicht trinken."

"Ihr meint also, er trinkt?", rief der Baron.

"Nein", erwiderte der Kapitän, "er ist nur zu vertraulich mit den Matrosen. Ihr, meine Herren, seid also fest entschlossen, diese Fahrt zu unternehmen ?"

"Felsenfest", antwortete der Baron.

"Na schön", sagte der Kapitän. "Ihr habt mich sehr geduldig angehört, und ich habe Dinge gesagt, die ich nicht beweisen kann. Lasst mich noch etwas dazu sagen. Die Männer verstauen das Pulver und die Waffen im vorderen Kielraum. Aber Ihr habt doch dafür einen guten Platz unter der Kajüte. Warum wollt Ihr es nicht dort unterbringen ? Das war das Erste. Außerdem wollt Ihr vier von Euren eigenen Leuten mitbringen. Man sagte mir, dass einige von ihnen nach vorn sollen. Warum gebt Ihr ihnen die Kojen nicht hier neben der Kajüte ? Das war das Zweite. Nur noch eines. Ich will Euch erzählen, was ich selbst gehört habe. Man sagt, dass Ihr die Karte einer Insel habt, dass auf der Karte Kreuze sind, welche die Stelle anzeigen, wo der Schatz liegt. Man weiß auch, wo sich diese Insel befindet." Dann nannte er die genaue Länge und Breite.

"Ich habe nicht davon gesprochen", rief der Baron. "Keiner Seele habe ich davon erzählt."

Nacherzählt (7 "Die Männer wissen es", erwiderte der Kapitän.

"Livesey, Ihr oder Hawkins müsst es gewesen sein.", rief der Baron.

"Es spielt keine Rolle, wer es war", entgegnete der Doktor. Ich glaube, wir alle ärgerten uns über die Schwatzhaftigkeit des Barons, aber keiner von uns glaubte wohl wirklich, dass er von der Lage der Insel gesprochen hatte.

"Nun, meine Herren, ich weiß nicht, wer von Ihnen die Karte verwahrt, aber ich stelle die Bedingung, dass sie vor mir und Mr. Arrow geheim gehalten wird. Andernfalls müsste ich Euch um meine Entlassung bitten."

"Ich verstehe", sagte der Doktor. "Ihr verlangt, dass wir diese Sache für uns behalten und dass wir aus dem Achterschiff eine Festung machen, bemannt mit den eigenen Leuten meines Freundes und ausgerüstet mit dem

Pulver und allen Waffen, die an Bord sind. Mit anderen Worten: Ihr befürchtet eine Meuterei."

"Mein Herr", erwiderte Kapitän Smollett, "legt mir bitte keine Worte in den Mund, die ich nicht gesagt habe. Mr. Arrow und einige der Männer, vielleicht auch alle, scheinen ehrenhaft zu sein. Aber ich bin für die Sicherheit des Schiffes und für das Leben jedes Einzelnen an Bord verantwortlich. Ich glaube, dass die Dinge nicht richtig laufen, und ich bitte Euch, gewisse Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen oder mir meinen Abschied zu geben. Das ist alles."

Der Baron sagte ärgerlich: "Ich habe Euch angehört, was ich sicher nicht getan hätte, wäre der Doktor nicht hier gewesen. Dann hätte ich Euch sicher zum Teufel gejagt. Aber nun habe ich Euch angehört, und ich will tun, was Ihr verlangt. Von Euch selbst halte ich allerdings nicht mehr viel."

"Das muss ich Euch überlassen", sagte der Kapitän. "Aber Ihr werdet sehen, dass ich nur meine Pflicht tue." Nach diesen Worten ging er hinaus.

Nacherzählt (7

"Trelawney", sagte der Doktor, "entgegen allen meinen Erwartungen ist es Euch, glaube ich, gelungen, zwei sehr ehrenhafte Männer an Bord dieses Schiffes zu bringen, nämlich diesen Kapitän und John Silver."

"Silver, ja", rief der Baron, "aber den anderen halte ich für einen unerträglichen Dickkopf. Ich erkläre sein Benehmen für unmännlich, für unseemännisch und ausgesprochen unenglisch."

"Nun", gab der Doktor zurück, "wir werden ja sehen."

Als wir an Deck kamen, hatten die Männer schon begonnen, das Pulver und die Waffen zu verstauen. Diese neue Anordnung sowie auch die neue Lage der Kojen gefielen mir ganz gut.

Schließlich kamen auch die Letzten der Mannschaft, unter ihnen der lange John, an Bord. Der Koch kroch geschickt wie ein Affe die Bordwand hoch und erkundigte sich, was wir tun. Dann verschwand er schnell in Richtung der Kombüse.

Ich betrachtete gerade eine Kanone, als der Kapitän mir zurief: "He, Schiffsjunge, weg da ! Geh hinunter zum Koch und suche dir Arbeit !" Als ich davon eilte, hörte ich ihn noch zum Doktor sagen: "Jünglinge will ich auf meinem Schiff nicht haben." Nun war ich sicher, dass ich genauso dachte wie der Baron und den Kapitän gründlich verabscheute…

Hein Zappel :-))

Nacherzählt (7)

Hein Zappel :-))

Nacherzählt (7)

 

Vom Kapitän

 

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