Zwei Bücher

Veröffentlicht auf von Gigi

 

 

 

 

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Vom Kapitän

 

Zwei Bücher

Wenn Hermann Schreiber in seinen beiden Bänden über die ersten Erkundungsfahrten der frühen Kulturen bis zu den großen “Wettbewerben” um die letzten noch weißen Flecken auf der Weltkarte berichtet, dann lässt er den Leser an seinem schier unerschöpflichen Wissen teilhaben. Und nein, man wird nicht mit trockener Materie gequält. Schreiber ist ein begnadeter Erzähler, der historische Fakten so lebendig vermittelt, als wäre man selbst Chronist der Zeit.

Wer weiß heutzutage denn schon bzw. noch, das Entdeckungsfahrten nicht erst seit dem Mittelalter statt fanden ? Das es die Ägypter und Phöniker waren, die 2.500 v. Chr. die ersten Seefahrten und Handelsreisen unternahmen. Mit Schiffen, die den Modellen  der iberischen Eroberer haushoch überlegen waren.  Das die Küste Nordamerikas nicht von Kolumbus entdeckt wurde, sondern das Wikinger sich  mehr als 700 Jahre zuvor von dort das Holz beschafften, das sie dringend für den Hausbau auf Grönland benötigten. Oder, das lange Zeit vor Marco Polo schon Missionare sich auf den Weg nach Osten machten, weil es dort noch reichlich Heiden gab, die man bekehren konnte.

Die Welt, soweit sie sich von Osten nach Westen erstreckte, war schon lange entdeckt. Frühe schriftliche Dokumente, die das belegten wurden lange Zeit verworfen, als Hirngespinste, Phantasien, die sich aus Sagen nähren, von denen erst heute die breite Öffentlichkeit  den wahren historischen Kern akzeptiert.

Schreiber macht mit allen vorhandenen und als glaubwürdig eingeschätzer Quellen bekannt. Er setzt archäologische Entdeckungen in Beziehung zu alten Texten, lässt Reiseschriftsteller aus allen Epochen zu Wort kommen, weist auf Querbezüge hin. Es war halt nur einem kleinen Kreis von historisch interessierten Personen bekannt, was eigentlich in alle Lehrpläne gehört hätte. Und wenn dieser Tage Geschichtsdokumentationen reißerisch verkünden, das bereits die Karthager Handelswege entdeckten, und so tun, als seien dies völlig neue Erkenntnisse, weiß der Leser von Schreiber: alles alte Hüte.

Die späteren Seereisen, fälschlicherweise als die ersten Entdeckungsfahrten bekannt, wurden immer ausgedehnter. Hinter diesen Fahrten standen ebenso wirtschaftliche wie machtpolitische Interessen. Allen voran, die spanischen und portugiesischen Eroberer, die um niedriger Beweggründe willen, Kulturen auslöschten, die zivilisierter waren, als die derer Endsender.

Versöhnt wird man mit den Schilderungen von wissenschaftlichen Forschungsreisen, den ersten Weltumseglungen und natürlich der Erkundung Afrikas und den entbehrungsreichen und allzu oft tödlichen Bestrebungen Nord- und Südpol zu erreichen.

Es macht wirklich Spaß sich von Schreiber in Vergangenheit entführen zu lassen, weil er mit so viel profunder Sachkenntnis objektiv berichtet und auch an subjektiven Einschätzungen teilhaben lässt. Manche Passagen lesen sich fast wie ein Abenteueroman, mache Stellen sind mit sanfter  Ironie gewürzt. Wer sich sowieso für die Thematik interessiert ist hinter nicht unbedingt schlauer – es sind nun mal alte Bücher – aber ich möchte lieber von solchen Autoren Wissen vermittelt bekommen, als mir trockenen Fakten aneinandergereiht servieren zu lassen.

Die Welt wird entdeckt – Band 1 – Handelsreisen Kriegs- und Kreuzzüge

“Der erste Band über die Entdeckungsgeschichte der Erde beginnt mit der frühesten bekannten Fahrt des Altertums unter der Pharaonin Hatschepsut im 3. Jahrtausend v. Chr., erzählt die  Kriegszüge der Griechen und Römer, die Entdeckungsreisen der Wikinger über Island und Grönland bis nach Nordamerika und die Fahrten der Araber  von Westafrika bis China.”

Die Welt wird entdeckt – Band 2 – Die großen Entdeckungsfahrten

“Der zweite Band schildert die großen Entdeckungsfahrten von Marco Polos China-Reise über die Pioniertaten des Kolumbus und der spanischen Konquistadoren bis zu der dramatischen und entbehrungsreichen Erforschung der beiden Pole durch Peary, Scott und Amundson.”

 

 

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