Plastic-Meer

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Das kann kein Meer mehr schlucken:

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Unsere Ozeane versinken im Plastikmüll. Plastic-Meer

Etwa 70 Prozent der Oberfläche der Erde sind von Wasser bedeckt. Doch heute schwimmen in jedem Quadratkilometer der Meere zehntausende Teile Plastikmüll. Seevögel verenden qualvoll an Handyteilen in ihrem Magen, Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen und Fische verwechseln winzige Plastikteilchen mit Plankton. Im Nordpazifik treibt seit Jahrzehnten ein Müllstrudel, der mittlerweile so groß ist wie Zentraleuropa. Strände unbewohnter Inseln versinken geradezu im Müll. Und auch direkt vor unserer Haustüre, in der Nordsee beispielsweise, sind Plastikabfälle eine allgegenwärtige Gefahr für Fische, Vögel und Meeressäuger. Nicht zuletzt können Mikropartikel und Plastik-Giftstoffe über die Fische auch in die menschliche Nahrungskette gelangen.

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Plastik vergeht nicht

Drei Viertel des Meeresmülls besteht aus Plastik. Dieses Plastik ist ein ständig wachsendes Problem, kostet jedes Jahr zehntausende Tiere das Leben und gefährdet auch uns Menschen. Denn bis zur völligen Zersetzung von Plastik können 350 bis 400 Jahre vergehen. Zunächst zerfällt es lediglich in immer kleinere und kleinere Partikel. Wenn wir heute barfuß einen Strand entlang laufen, haben wir neben den Sandkörnern meist auch viele feine Plastikteilchen unter den Füßen.

Im Meer sind gerade diese kleinen Partikel ein großes Problem, da sie von den Meerestieren mit Plankton verwechselt werden. „Sogar in Muscheln, die Planktonfiltrierer sind, konnte man schon kleine Plastikteilchen nachweisen. An manchen Stellen befindet sich heute sechsmal mehr Plastik als Plankton im Meereswasser und auch das Plankton selbst reichert feinste Plastikteilchen in sich an“, erklärt Stephan Lutter, WWF-Experte für Meeresschutz.

Mikropartikel, kleiner als ein Millimeter, gelangen problemlos in die Körper vn Meerestieren und durch deren Verzehr auch in den menschlichen Organismus. Welche Auswirkungen das haben kann, ist noch nicht endgültig erforscht. Doch eines ist sicher: Plastik enthält Giftstoffe wie Weichmacher und Flammschutzmittel, die den Meeresbewohnern schaden und durch die Nahrungskette auch den Menschen erreichen können. „Vor allem in Elektronikteilen sollen Flammschutzmittel die Entzündbarkeit senken“, erklärt Stephan Lutter. „Wenn Plastikteilchen von Meerestieren aufgenommen werden, wandern die Giftstoffe letztlich ins Fettgewebe. Sie sind fettlöslich und schwer abbaubar, deshalb reichern sie sich dort an. Solche Umweltgifte können wie Hormone wirken, krebserregend sein und die Fruchtbarkeit schädigen.“

Plastik enthält nicht nur selbst Giftstoffe, sondern wirkt beim Schwimmen durchs Meer wie ein wahrer Gift-Magnet: Auf der glatten Oberfläche sammeln sich nach und nach immer mehr Umweltgifte. Fische, Garnelen und Krebse nehmen diese auf und lagern sie in ihren Körpern an. Durch die Nahrungskette gelangen die Gifte in immer größere Tiere und landen schließlich auch auf unseren Tellern.

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Vom gigantischen Strudel im Pazifik bis nach Mellum

Jedes Jahr landen fast sieben Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Meeren und bilden teilweise gigantische Müllstrudel im Wasser: In der Mitte der Ozeane gibt es große, kreisförmige Meeresströmungen, die den Müll in sich aufnehmen und stetig herumwirbeln.

Der bekannteste Müllstrudel ist der „Great Pacific Garbage Patch“ im Nordpazifik, der seit Jahrzehnten wächst und wächst. Inzwischen ist er so groß wie ganz Zentraleuropa. „Das ist bei weitem nicht der einzige Müllteppich, derartige Strudel gibt es in allen Ozeanen,“ betont Stephan Lutter. „Im Nordatlantik hat man zum Beispiel auch einen Müllstrudel entdeckt. Und bei uns in Nord- und Ostsee treibt ebenfalls jede Menge Müll, obwohl das eigentlich Sondergebiete sind: Da darf eigentlich gar kein Müll von Schiffen über Bord gehen !“

In jedem Quadratkilometer Meer schwimmen heute bis zu 46.000 Teile Plastikmüll. Die Menge des treibenden Mülls an der Wasseroberfläche ist so groß, dass dieser vom Weltraum aus zu erkennen ist – als riesige Müllteppiche, die mit den Meeresströmungen wandern. Dabei sind die Abfälle an der Meeresoberfläche nur die Spitze des Eisberges. Mehr als 70 Prozent des Mülls sinken auf den Grund. Zurück an Land gelangen nur 15 Prozent der Plastikabfälle. Doch allein diese bieten ein eindeutiges Bild, das besonders die Inseln im Indischen Ozean und im Pazifik prägt: Hier sind die Küsten von buntem Müll gefärbt.

Auch deutsche Inseln leiden unter dem Müllproblem. Auf Mellum nahe Wilhelmshaven findet sich jede Menge angeschwemmter Abfall am Strand. Die Nordseeinsel ist nicht bewohnt und es gibt hier keine Touristen. Auf Mellum wird weder Müll verursacht noch entsorgt. Deshalb sind die Insel und ihr Strand heute ein eindeutiger Indikator für die Verschmutzung der Nordsee – ein Indikator, der schon mal auf 100 Metern Strand über 700 Teile Müll aufweist. Dieser Müll wird regelmäßig ehrenamtlich von der Naturschutz- und Forschungsgemeinschaft Mellumrat e.V. eingesammelt.

Das Treibgut am Mellumer Strand besteht zu etwa 80 Prozent aus Plastik und anderen Kunststoffen. Hier finden sich Dosen, Plastikbecher, Styropor und beispielsweise Luftballonschnüre, die immer wieder Seevögel strangulieren. Auf der Insel brüten auch regelmäßig Löffler. Ihre Nester bestehen nicht aus natürlichen Materialien, sondern aus Plastiktüten. So klein die Insel Mellum ist, sie zeigt das Ausmaß des Müllproblems in unseren Meeren.

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Die Kosten

Neben den gesundheitlichen Bedrohungen für Mensch und Tier hat der Müll im Meer auch ökonomische Folgen. Tourismusgebiete sind bedroht, Strände müssen ständig gesäubert werden, der Müll verfängt sich regelmäßig in Schiffsschrauben und Fischernetzen. Auch die Landwirtschaft leidet unter verschmutztem Weideland in Küstennähe. Bei Kraftwerken verursacht der Müll Schäden bei der Kühlwasseraufnahme, bei Entsalzungsanlagen blockiert er den Wasserkreislauf. Die Verschmutzung unserer Meere führt jedes Jahr zu enormen wirtschaftlichen Schäden – ganz abgesehen von Taucherunfällen durch verstreuten Abfall unter Wasser und Verletzungen oder Krankheiten durch medizinischen Abfall an Stränden und in Badegewässern.

 

Vom Kapitän

 

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Katharina vom Tanneneck 10/08/2016 22:21

Hallo liebe Gigi,
ich habe oft an Dich gedacht, da ich ja wusste, dass Du krank warst. Schau erst einmal, dass Du schnell wieder gesund wirst, alles andere ist nicht so wichtig.
Ich hätte nicht gedacht, dass die Gewässer hier bei uns auch schon so verdreckt sind aber wenn Du das gesehen hast, stimmt es ja. Müll, egal welcher Art gehört nicht ins Wasser oder die Landschaft, sondern in einen Müllbehälter. Wenn ich keinen Müllbehälter finde, dann nehme ich den Abfall mit nach Hause und entsorge ihn da.
Nochmal alles Gute für Dich und einen schönen Sonntag.
Liebe Grüße, Katharina

Gigi 10/10/2016 12:05

Hallo liebe Katharina,

Es gibt sehr viel Mülleimer, rund um das Gewässer, so das Du nicht den Abfall mit nach Hause nehmen mußt.
Dennoch, wenn das alle täten, wäre es in Ostsee, Nordsee, Alster, Elbe und nahen Teichen, richtig gut für uns und den Tieren.

Dankeschön nochmals, für die Wünsche...
Für Dich auch alles Liebe und Gute !

Herzliche Grüße von Gigi

Katharina vom Tanneneck 10/04/2016 21:24

Hallo liebe Gigi,
ein interessanter Artikel, der aussagt wie schlimm es schon geworden ist. Versuche einmal Plastik zu meiden, es ist kaum möglich. Vor allen Dingen sind Lebensmittel in Plastik verpackt nicht gesund. Ich bevorzuge deshalb Glasflaschen aber leider gibt es schon so viele Lebensmittel nur noch in einer Plastikverpackung.
Ganz schlimm ist die Verschmutzung der Meere durch diesen Plastikmüll für die Meeresbewohner. Die Tiere leiden und oft sterben sie einen qualvollen Tod. Gut, dass Du darüber geschrieben hast!
Liebe Grüße und eine gute Zeit.
Katharina

Gigi 10/07/2016 11:22

Hallo liebe Katharina,

ersteinmal vielen Dank, für Deinen kommentar. :-)
Da ich vor einigerzeit, oft auf dem Wasser war, habe ich gesehen, das überall und auch auf dem kleinsten Teich hier bei uns, Plastikmüll schwimt. :-(
Neulich , hat ein Schwan ein Blechöffner von einer Dose gegessen... Ist gottseidank, gut ausgegangen.

PS:. In der letzten Zeit, habe ich mich ein wenig rar gemacht. Das liegt daran, das ich noch nicht ganz gesund bin und furchtbar wenig Zeit habe.
Bin immer froh, das ich hier überhaupt etwas gepostet bekomme. :-)

Mit lieben Grüßen,
Gigi